Ressourcen bewahren. Zukunft gestalten.

Mit durchdachter Materialwahl und recyclinggerechtem Design zu einem funktionierenden Materialkreislauf. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt — und wo technische oder regulatorische Grenzen zu beachten sind.

Zum Thema Kreislauf & Material

Kunststoff ist zu wertvoll für den einmaligen Gebrauch. Entscheidend ist, was danach passiert: Bleibt das Material im Kreislauf oder geht es verloren? Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sorgt dafür, dass vorhandene Ressourcen im Materialkreislauf weiter genutzt werden. Deshalb entwickeln wir Lösungen, die recyclingfähig sind — ganz gleich, ob aus Neuware oder Rezyklat.

Rezyklate, recyclinggerechtes Design und eine durchdachte Materialwahl helfen dabei, Rohstoffe zu schonen und Emissionen zu reduzieren. So wird aus Abfall wieder ein nutzbarer Rohstoff — und aus Produkten entstehen Lösungen mit langfristigem Nutzen. Gemeinsam gestalten wir Kreisläufe statt Abfallberge.

Auch Biokunststoffe können eine Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen darstellen. In der Praxis muss allerdings überprüft werden, ob und unter welchen Bedingungen sie sich in bestehende Recyclingströme integrieren lassen.

Was ist Rezyklat?

Rezyklat bezeichnet Kunststoffmaterial, das nach seiner Nutzung aufbereitet und erneut als Rohstoff eingesetzt wird. Für Unternehmen bietet der Einsatz von Rezyklaten die Möglichkeit, den Verbrauch fossiler Primärrohstoffe zu reduzieren und regulatorische sowie kundenseitige Anforderungen an Nachhaltigkeit gezielt zu adressieren. Je nach Herkunft und Aufbereitung unterscheiden sich Rezyklate in ihren Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten.

PCR (Post-Consumer-Rezyklat)

Material aus gebrauchten Produkten, etwa Verpackungen, die nach der Nutzung gesammelt, sortiert und recycelt werden. PCR stammt aus bestehenden Abfallströmen und ist daher mit höherem Aufbereitungsaufwand verbunden. Gleichzeitig leistet es einen direkten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, da es Material nach der Nutzung wieder verfügbar macht.

 

PIR (Post-Industrial-Rezyklat)

Material, das aus Produktionsabfällen der Industrie gewonnen wird. Es handelt sich um saubere Reste, Stanzabfälle, Angüsse oder Verschnitt. Es entsteht in kontrollierten Prozessen, direkt bei der Herstellung und bietet in der Regel eine konstante, technisch gut planbare Materialqualität. Da das Material noch nicht als Endprodukt im Umlauf war, stammt es nicht aus dem Verbraucherkreislauf.

Beide Rezyklatvarianten können dazu beitragen, den Einsatz von Primärkunststoffen zu reduzieren. Welche Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den technischen Anforderungen, der Verfügbarkeit sowie den jeweiligen Nachhaltigkeitszielen ab. Jedoch besitzt PCR die höhere ökologische Relevanz, da es Material aus bestehenden Abfallströmen wieder in den Kreislauf zurückführt. Gleichzeitig sind bei der Verarbeitung höhere Anforderungen an Qualitätssicherung und Materialmanagement zu berücksichtigen.

In unseren Verpackungen aus Rezyklat setzen wir ausschließlich PCR ein, um eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft zu stärken und für künftige regulatorische Anforderungen gewappnet zu sein.

PCR im Materialkreislauf sinnvoll einsetzen

PCR bringt Kunststoffe aus dem Abfallstrom zurück in die Wertschöpfungskette und kann den Bedarf an fossilen Rohstoffen verringern. Ob der Einsatz sinnvoll ist, hängt jedoch immer von den Anforderungen der jeweiligen Anwendung ab — zum Beispiel in Bezug auf Qualität, Farbkonstanz, Geruch und Verfügbarkeit.

Im Anschluss an ihre Nutzung werden Rezyklate regulär mit anderen Kunststoffen recycelt. Die Frage, wie oft Kunststoff recycelt werden kann, lässt sich zwar isoliert auf Basis chemischer Analysen beantworten. In der Praxis wird aber nicht ein einzelner Kunststoff immer wieder isoliert recycelt, sondern es werden Materialströme aus gebrauchten Kunststoffen aufbereitet und für neue Anwendungen qualitätsgerecht eingesetzt — oft in Kombination mit weiteren Rezyklaten oder Neuwaren. Regelmäßige Qualitätskontrollen garantieren gleichbleibende Qualität und Eigenschaften der Rezyklate.

Ob und wie oft ein Recycling möglich ist, hängt von vielen Faktoren ab: etwa von der Kunststoffart, der Sortier- und Reinigungsqualität, dem Verpackungsdesign und den Anforderungen an das neue Produkt. Entscheidend ist daher vor allem, dass aus dem Wertstoffstrom wieder ein hochwertig nutzbares Rezyklat entsteht. Genau darauf sind moderne recyclingfähige Verpackungslösungen und der gezielte Einsatz von Rezyklaten ausgelegt.

Circularity

Ressourcen im Materialkreislauf bewahren

Unser Ziel ist es, Verpackungen so zu gestalten, dass sie möglichst gut recycelbar sind und Rezyklate in hoher Qualität erneut eingesetzt werden können. Damit unterstützen wir einen funktionierenden Wertstoffkreislauf — auch wenn dieser in der Realität immer ein Zusammenspiel aus Sammlung, Sortierung, Aufbereitung und gezieltem Materialeinsatz ist.

CO₂-Vorteile von Rezyklat

Rezyklate können gegenüber Neuware deutliche Treibhausgasvorteile bieten und sind mit Blick auf die CO₂-Bilanz häufig die sinnvollere Wahl. 

Wie hoch die tatsächliche Einsparung ausfällt, hängt jedoch vom Material, dem Rezyklatanteil, dem Aufbereitungsprozess und der jeweiligen Berechnungsmethode ab. Pauschale Aussagen greifen daher oft zu kurz.

Recyclingfähigkeit durch Monomaterial

Produkte aus einem einzigen Material lassen sich deutlich einfacher recyceln als Verbundlösungen. Deshalb setzen wir bewusst auf Monomaterial. Der Verzicht auf Materialverbunde:

  • erleichtert die Sortierung in Recyclinganlagen
  • stabilisiert Recyclingströme 
  • erhöht die tatsächliche Wiederverwertung des Materials

Für eine gute Recyclingfähigkeit spielen jedoch auch Konstruktion, Farbe, Etikettierung, Additive und die vorhandenen Entsorgungsstrukturen eine wichtige Rolle. 

Design for Recycling

Nachhaltigkeit beginnt bereits in der Produktentwicklung. Beim Ansatz „Design for Recycling“ berücksichtigen wir schon in der Konstruktion, wie ein Produkt am Ende seines Lebenszyklus möglichst gut recycelt werden kann. Wichtige Faktoren sind: 

  • Monomaterial oder trennbare Komponenten
  • reduzierte Materialvielfalt und klare Materialstrukturen
  • gut sortierbare Farben und geeignete Farbwahl
  • reduzierte Additive
  • eine recyclinggerechte Kennzeichnung

Verpackungen aus Rezyklat statt Neuware? Kein Problem.

Viele unserer Verpackungen bieten wir auf Wunsch aus Rezyklat an. So bleibt wertvolles Material im Kreislauf und
natürliche Ressourcen werden geschont.

Produktschutz und Rezyklat

Unsere Verpackungen schützen Ihre Produkte zuverlässig — auch wenn sie vollständig aus recyceltem Kunststoff bestehen. Stabilität, Funktion und Qualität bleiben erhalten. Rezyklat kann eine vergleichbare Robustheit wie Neuware erreichen. Leichte optische Unterschiede, zum Beispiel kleine Einschlüsse im Material, sind möglich, beeinträchtigen die Schutzfunktion jedoch nicht.

Entscheidend für die Materialqualität ist die Auswahl des Rohstoffs. Deshalb investieren wir gezielt in Qualitätssicherung, Tests und die sorgfältige Auswahl geeigneter Rezyklate. Abhängig vom gewählten Rohmaterial ist es möglich, dass sich die Verpackungen aus Rezyklat von denen aus Neuware optisch und auch in der Funktion unterscheiden. Damit weiterhin alle Anforderungen erfüllt werden, prüfen wir Materialien in einem standardisierten Freigabeprozess intensiv auf ihre Verwendbarkeit.
 

Bedrucken von Rezyklat

Auch Verpackungen aus Rezyklat lassen sich bedrucken und kennzeichnen. So können Markeninformationen, Pflichtangaben und Nachhaltigkeitsbotschaften auf der Verpackung sichtbar umgesetzt werden — abhängig von Material, Oberfläche und Druckverfahren.

Farbgebung bei Rezyklat

Auch Verpackungen aus Rezyklat sind in ausgewählten Standardfarben erhältlich. Da recycelte Materialien unterschiedliche Ursprünge haben, kann die Farbwirkung leicht variieren — ein sichtbares Zeichen ihrer nachhaltigen Herkunft. Auf Wunsch lassen sich nachhaltige Verpackungen auch mit Ihren Corporate-Design-Farben kombinieren.

Je nach Grundfarbe des Rezyklats kann es zu Herausforderungen bei der präzisen Einstellung von bestimmten Farbtönen kommen. Vor allem bei einer dunklen Grundfärbung, ist die Auswahl an Farben eingeschränkt. Daher wählen wir auf Basis Ihrer Farbanforderungen das geeignete Rohmaterial, um Design- und Nachhaltigkeitsanforderungen zu verbinden. Ein optimales Farbergebnis erzielen Sie am sichersten mit unseren Standardfarben. Bei farbkritischen Anwendungen empfehlen wir Ihnen vor der Produktion eine Freigabe per Muster.  

Transparenzen bei Rezyklat


Auch Rezyklate können transparent sein. Dafür reduziert sich allerdings die Auswahl der Inputmaterialien auf transparente Teile. Daher ist es stets wichtig zu prüfen, ob die Anwendung eine transparente Verpackung erfordert oder ob auch zum Beispiel ein Label oder eine Lasermarkierung für ausreichend Durchblick sorgt.



Best Practices: Lassen Sie sich inspirieren!

Entdecken Sie neue Wege für Ihre eigenen Verpackungskonzepte: Unsere Kunden machen es vor, denn der Einsatz von Neuware kann auf unterschiedliche Arten reduziert werden. So lassen sich ökologische Verantwortung und höchste Qualitätsansprüche intelligent miteinander kombinieren.

Herausforderung

  • Umstellung auf eine nachhaltige Verpackung aus Rezyklat
  • Qualität, Design und Funktion müssen trotz Materialwechsel erhalten bleiben

Lösung

  • RoseBox Materialänderung auf ABS aus Rezyklat
  • Die Farbgestaltung kann durch das hochwertige Rezyklat wie bisher abgebildet werden
  • Optisch und auch mechanisch ist kein Unterschied zur RoseBox aus Neuware erkennbar
  • Funktion und Qualität bleiben ohne Kompromisse erhalten

Herausforderung

  • Umstellung des Sortiments auf eine Verpackung aus Rezyklat
  • Ablösung des QuadroPack (bzw. DrehPack) durch eine aktuellere, funktionalere Lösung
  • Optimierung von Handling und Ergonomie für mehrere Produkte zeitgleich

Lösung

  • Wechsel zum BlockPack (bzw. TwistPack Plus) aus Rezyklat
  • Mehrwert: Einfacheres Handling, optimierte Schutzfunktion
  • Besonderheit: Aufgrund der Materialwahl ist die Verpackung weiterhin leicht transparent
  • Durchgängiges Design für ein harmonisches Markenbild

Herausforderung

  • Umstellung auf eine nachhaltige Verpackung aus Rezyklat
  • Bewährte Verpackung und Prozesse sollen bestehen bleiben

Lösung

  • QuadroPack aus dunklem Rezyklat statt Neuware
  • Volle Kompatibilität: Etikett kann wie gewohnt aufgebracht werden
  • Maximale Sicherheit: Funktion, Stabilität und Qualität bleiben auf gewohntem Niveau

Wieso wir Rezyklat Biokunststoffen vorziehen

Biokunststoffe werden häufig als nachhaltige Alternative diskutiert. In der Praxis ist ihre Bewertung jedoch komplex: Der Begriff kann sowohl biobasierte als auch biologisch abbaubare Kunststoffe bezeichnen — oder Materialien, die beide Eigenschaften vereinen. Biologische Abbaubarkeit bedeutet dabei nicht automatisch, dass ein Material im bestehenden Recycling- oder Entsorgungssystem vorteilhaft ist. Je nach Material und Anwendung können Biokunststoffe Sortierprozesse erschweren oder bestehende Recyclingströme beeinträchtigen. Zudem sind viele biologisch abbaubare Kunststoffe nur unter definierten industriellen Bedingungen abbaubar.

Rezyklat hingegen nutzt bestehende Recyclinginfrastrukturen, reduziert den Bedarf an Neuware und unterstützt einen funktionierenden Materialkreislauf. Daher sehen wir im Einsatz von recyceltem Kunststoff derzeit den wirksameren und praxisnahen Ansatz.

In bestimmten Anwendungsfällen kann aber auch der Einsatz von Biokunststoffen durchaus sinnvoll sein. Wir haben deshalb auch voll recycelbare Biokunststoffe im Portfolio und können Ihnen gerne eine entsprechende Lösung anbieten.

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